Announcement: Herzlich willkommen

Herzlich willkommen auf meiner privaten Website mit Historischem zum Murgtal. Sie befindet sich seit September 2012 im Aufbau. Sie wird auch noch benutzerfreundlicher gestaltet. Schwerpunkte sind zunächst Gaggenau mit seinen Stadtteilen, das Benzwerk, die Eisenwerke, Michael Flürscheim und Joseph Vollmer.

Als Ergebnis einer „Schatzsuche“ nach Bildern ab 1922 insbesondere in privaten Fotoalben habe ich den Bildband „Des denkt mir au noch!“ zusammengestellt. Sukzessive werden zu einzelnen Bildern ergänzende Texte eingestellt.

Aber die Schatzsuche“ geht weiter. Schicken Sie mir gerne Ihre „Schätze“ per Mail. Die Bilder sollten in Gaggenau (einschließlich aller Stadtteile) entstanden sein.

Viel Spass beim Stöbern wünscht Ihnen

Michael Wessel

 

Badische Heimat: Vortrag zum Sicherungslager Rotenfels

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Auf Einladung der Badischen Heimat berichtet der frühere Gaggenauer Stadtrat Helmut Böttcher am 13. Februar um 20 Uhr im Landratsamt Rastatt über die Geschichte des Sicherungslagers Rotenfels.

Helmut Böttcher wird  an diesem Abend das Konzentrationslager in den Mittelpunkt stellen, das ab September 1944 im heutigen Gaggenauer Stadtteil Bad Rotenfels eingerichtet wurde. Im Zuge des Näherrückens der alliierten Streitkräfte sahen sich die Verantwortlichen des im Elsass errichteten „Sicherungslager Vorbruck bei Schirmeck im Elsass“ gezwungen, es nach Rotenfels östlich des Rheins zu verlagern. Dort befanden sich bereits bestehende Baracken des ehemaligen Militärlagers im heutigen Kurgarten. Dieses erste Konzentrationslager im Elsass existierte von 1941 bis November 1944 und von da an bis zu seiner Auflösung im April 1945 in Gaggenaus Badstadtteil.

Der Vortrag wird auch darüber berichten, wie man mit unmenschlichen Mitteln versuchte, den Widerstandswillen der größtenteils französischen Häftlinge, darunter viele Geistliche, zu brechen. Der Referent geht aber auf den mutigen Einsatz vieler Gaggenauer und Rotenfelser Bürger ein, die sich trotz strengster Verbote für die Häftlinge eingesetzt und diese so gut wie möglich mit Nahrungsmitteln versorgt haben.

Helmut Böttcher war über viele Jahre hinweg als Lehrer an der Realschule Gernsbach tätig und hat bereits in den 1980er Jahren gemeinsam mit Michael Weingardt und Udo Böhm über das Sicherungslager Rotenfels geschrieben. Das Buch erlebte eine zweite überarbeitete Auflage, die 2016 als Publikation des Kreisarchivs erschien.

Der Vortrag dauert etwa 70 Minuten. Der Eintritt zu der Veranstaltung am 13. Februar 2019 um 20 Uhr im Landratsamt Rastatt, Am Schlossplatz 5 (VHS-Eingang), ist frei. Weiter Info unter 07222/381-3581.

Termine zur Heimatkunde

Treffen der Sammler von Postkarten und des Arbeitskreises Heimat- und Industriegeschichte Gaggenau

Postkarte der Gaststätte "Brüderlin" von 1924

Postkarte der Gaststätte „Brüderlin“ von 1924

Die Sammler von Ansichtskarten und Stichen/Lithographien mit Motiven aus dem Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden treffen sich am Donnerstag, 21. März  und am Donnerstag, 24. Oktober 2019, jeweils um 19 Uhr, im „Brüderlin“, Gernsbach. Gäste willkommen.

Bitte Tauschmaterial mitbringen.

Der Arbeitskreis Heimat- und Industriegeschichte Gaggenau trifft sich wieder am Donnerstag,28. März, 19 Uhr in der Stadtbibliothek Gaggenau. Der Verlag Regionalkultur wird sich vorstellen und dabei Informationen geben, wie sich die Zusammenarbeit mit Autoren gestalten kann.

Rückfragen gerne an Michael Wessel, Tel. 07225 97 00 349 oder wessel-gaggenau(at)t-online.de

Die Termine der Regionalgruppe Rastatt der Badischen Heimat stehen im Beitrag „Badische Heimat“.

 

Literatur zu Gaggenau

Zur Kernstadt Gaggenau und den einzelnen früher selbständigen Stadtteilen sind in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Veröffentlichungen erschienen. Diese Kurzübersicht wird um Inhaltsbeschreibungen und weitere Bilder ergänzt. Bitte noch keine Bücher nachmelden, bevor ich meinen Schrank abgearbeitet habe. Das habe ich für März 2018 vor.

GAGGENAU

Echle, Willi: Gaggenau in Vergangenheit und Gegenwart, Gaggenau, 1968 (mit 285 Seiten das erste umfangreiche Standardwerk)

 

 

Langenmaier, Arnica-Verena: GAGGENAU – 60 Jahre Stadt, Gaggenau 1983

 

 

 

Langenmaier, Arnica-Verena: GAGGENAU – eine Stadt gibt sich die Mitte, Gaggenau, 1984

 

 

 

Lindemann, Klaus E. R., Gaggenau – Portrait der blühenden Stadt an der Murg, Karlsruhe, 1978

 

 

 

Für weitere Bücher aus den Stadtteilen hier klicken: Weiterlesen

Landesverein Badische Heimat

Wenn Sie sich für die Geschichte unserer Region interessieren, dann sollten Sie sich über die Ziele und Aufgaben des Landesvereins Badische Heimat informieren. Ein umfangreiches Portrait ist in Wikipedia unter http://de.wikipedia.org/wiki/Badische_Heimat oder deren Website http://www.badische-heimat.de zu finden.  Ansprechpartner der Regionalgruppe Rastatt ist Martin Walter, Leiter des Kreisarchivs Rastatt, Tel. 07222 381 3581, E-Mail; rastatt(at)badische-heimat.de

Jahresprogramm 2019

 

  1. Februar: Helmut Böttcher, Martin Walter: Zur Geschichte des Sicherungslagers Rotenfels (siehe gesonderten Beitrag auf dieser Internetplattform)

 

  1. März: Dr. Johannes Wilkes: „Das kleine Baden-Buch“, Lesung

 

  1. April: Dr. Heiko P. Wacker: Militärische Feuerwerke und Militärtechnik der frühen Neuzeit am Oberrhein

 

  1. Mai: Dr. Johannes Werner: Die Minnesänger in Baden, ihr Werk und ihre Welt. Eine Entdeckungsreise.

 

  1. Juni: Cindy Blum und Serge Rieger: Badisch-Elsässischer Liederabend

 

  1. Juli: Hans-Jürgen Schöpfer: Frühe Unimog-Bilder im Murgtal. „Impressionen aus dem Forst, der Feldarbeit und dem Industrieeinsatz“

                          

SOMMERPAUSE

 

  1. Oktober: Sigrid Gensichen, M.A: Zwischen Schlackenwerth und Rastatt. Markgräfin Franziska Sybilla Augusta von Baden-Baden (1675–1733)

 

  1. November: Achim Rietz: „Aufbruch in eine neue Zeit. Dachten wir!“ Soldatenbriefe und Zeitzeugenberichte aus dem 2. Weltkrieg. (Lesung mit musikalischer Begleitung)

 

  1. Dezember: Michael Wessel: Der Gaggenauer Orient Express von 1897 – Wie ein Meilenstein der Automobilgeschichte zurück nach Gaggenau kam

 

Die Vorträge finden, sofern nicht abweichend angegeben, abends um 20 Uhr in den Fraktionsräumen (D 0.06/D 0.07) im neuen Landratsamt (Am Schlossplatz 5) statt.

Der Zugang erfolgt über den VHS-Eingang.

Der Eintritt ist frei. Beachten Sie bitte die Ankündigungen in der Presse!

 

 

 

1891 – Älteste Ansichtskarte des Murgtals?

AK Rotenfels 1891 - BeuchertBeim Treffen der Postkartensammler der Region wurde die Frage aufgeworfen, welches wohl die älteste Ansichtskarte aus dem Murgtal ist. Bisher hält diesen Spitzenplatz eine Karte mit dem Motiv des Badhauses in Bad Rothenfels, die dort am 24. August 1891 geschrieben und aufgegeben wurde. Nur wenige Tage jünger ist eine Karte aus Gernsbach.

Vielleicht existieren aber auch noch ältere Ansichtskarten? Hinweise bitte an Michael Wessel, Tel. 07225 4347.

Das nächste Treffen der Sammler von Ansichtskarten und Motiven aus der Region in Form von Fotos, Zeichnungen, Lithographien oder Stichen findet am Donnerstag, 15. März 2018, ab 19 Uhr im Nebenzimmer der Gaststätte „Brüderlin“ in Gernsbach statt. Gäste sind willkommen. Tauschmaterial bitte mitbringen.

Zweiter Band über den Rastatter Chronisten Franz Simon Meyer von Sebastian Diziol erschienen

 

Rainer Wollenschneider schreibt am 22. Dezember 2017 im Badischen Tagblatt:

Revolutionszeit wird lebendig

Der zweite Band der Lebensgeschichte des Rastatter Bankiers Franz Simon Meyer ist nach der Vorstellung des ersten Buchs 2016 von vielen Menschen mit Spannung erwartet worden. Sebastian Diziol hat wieder ganze Arbeit geleistet und kann nun auf 559 Seiten ein Zeitbild präsentieren, das in interessanten Facetten die Zeit von 1828 bis zur Revolution in Baden von 1848/49 nahebringt. Packend sind die kommentieren Aufzeichnungen des Rastatters Weltbürgers und Bankiers, die im Stadtarchiv Baden-Baden im Original aufbewahrt sind.

Treffend heißt es im Begleittext, dass Meyers Aufzeichnungen Momente des Glücks und der Trauer sowie den Alltag gerade der turbulenten Zeit der Revolution minuziös wie sonst kaum schildern. Eine Augenweide sind die eingestreuten Textillustrationen, die der Ausgabe – neben über 50 Abbildungen und vier Karten – einen besonderen bibliophilen Charakter verleihen.

Überraschend ist die Schilderung eines Hochzeitsessens im Hause Meyer im November 1829 mit Sitzplan. Serviert wurden neben Austern, Schnecken und Kapaunen damals auch Auerhähne. Meyer beschreibt auch das revolutionäre Treiben schon 1830 in Frankreich und Polen, aber er liefert auch Interessantes zum geheimnisumwitterten Kaspar Hauser.

Dass der reiche Bankier auch eine poetische Ader hatte, das belegt er durch abgedruckte Gedichte. So 1835 „Das Schloss Rastatt“ und die rührende Elegie auf die verstorbene Fanny Meyer.

Immer wieder überraschen in Sebastian Diziols Band Meyers kenntnisreiche Blicke über den regionalen Tellerrand: Erdbeben in Syrien, Cholera in Sizilien und Kriege gegen ethnische Minderheiten in Russland. Ab 1840 ist das Geschilderte insbesondere eine wahre Fundgrube zur Rastatter Stadtgeschichte und der Region. 1842 schreibt Meyer: „Eisenbahn und Festung rauben den Einwohnern die Hälfte ihrer Güter“, und man sei sich über Grundstückspreise nicht einig. Allerdings ist Meyer dann 1844 über die hohen gezahlten Grundstückpreise glücklich. Es stören ihn nur 4000 Tagelöhner und Maurer beim Festungsbau.

Vor dem Hintergrund der Errichtung der Bundesfestung in Rastatt schildert der Bankier die revolutionäre Stimmung 1847: „In Deutschland gärt es, namentlich bei uns in Baden.“ Wird auch am 26. März 1848 die schwarz-rot-goldene Fahne auf den Rastatter Festungswällen gehisst, Meyer als Mitglied des Bürgerausschusses ist das nicht genehm. „Gegen meinen Willen abgesandt“ ist protestierend unter einer zitierten demokratischen Petition zu lesen.

Ein erhaltener Festungsplan ist dann nur der Auftakt zu spannend zu lesenden Beschreibungen eines Insiders zu den revolutionären Ereignissen und der vorübergehenden Herrschaft der Revolutionäre in der Stadt vom 12. Mai bis zur Kapitulation am 23. Juli 1849.

Nirgendwo in der bisher öffentlich greifbaren Literatur zur Revolution sind die Schilderungen dazu so packend ausgefallen. Spannend und mitreißend ist, was Meyer über die Standgerichtsurteile durch Erschießen schreibt.

Mit dem zweiten Band der Aufzeichnungen des Franz Simon Meyer wurden Fakten in neuem Licht, aber auch ein historischer „Roman“ geliefert, der wahrlich fesseln kann. Zusätzlich hat der aus Baden-Baden stammende Sebastian Diziol durch seine Anmerkungen mit Erklärungen und ein detailliertes Register ein wichtiges Nachschlagewerk abgeliefert.

„Die ganze Geschichte meines gleichgültigen Lebens“ , Band 2, kostet 32,90 Euro.

Buchvorstellung: Michael Flürscheim – Industrieller – Sozialökonom – Utopist

Fluerscheim Titel 300Im Dezember 2014 erschien das Buch „Michael Flürscheim – Industrieller – Sozialökonom – Utopist“. Es hat 156 Seiten, kostet 19,90 Euro und ist im regionalen Buchhandel, im Unimog-Museum und über www.buchundbild.de erhältlich.

Hier zur Einstimmung der Rückentext:

Betrachtet man das Lebenswerk von Michael Flürscheim (* 1844 in Frankfurt am Main, + 1912 in Berlin), dann hat er vor mehr als hundert Jahren bereits bewiesen, dass es möglich ist, als außergewöhnlich sozial eingestellter Unternehmer besonders erfolgreich zu sein. Hat er doch von 1873 bis 1888 in nur fünfzehn Jahren die Eisenwerke Gaggenau von 40 Mitarbeitern – zeitweise gemeinsam mit Theodor Bergmann – zu einem international bekannten Industrieunternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern entwickelt.

Als genialer Denker und Utopist machte er sich durch seine Bücher, Schriften und Vorträge international einen Namen als Kämpfer für die Bodenreformbewegung.

Seine utopischen und teilweise amüsanten Vorstellungen, wie Deutschland in hundert Jahren – somit um 1980 – aussehen könnte, hat er in einem „modernen Märchen“ entwickelt – der Schwerpunkt dieser Veröffentlichung.

Das enorme persönliche und finanzielle Engagement von Michael Flürscheim für die Bodenreform und den Genossenschaftsgedanken war allerdings letztlich nicht von Erfolg gekrönt. Seine fünfzehn Gaggenauer Jahre waren jedoch für die industrielle Entwicklung des Murgtals ein Glücksfall.